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«Der Grosse Kater» – Dreharbeiten

Ein Bild von den Dreharbeiten des Films «Der grosse Kater» (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Der Höhepunkt der beiden Drehtage: Die Helikopter der Luftwaffe mit dem spanischen Königspaar und seiner Entourage im Landeanflug. Medien, Ehrenwache und Militärspiel, roter Teppich, und das Empfangskomitee sind bereit.

Rekruten zeigten totalen Einsatz auf dem Filmset

Im August und September finden in Bern und im Berner Oberland die Dreharbeiten zur neusten Schweizer Filmproduktion «Der grosse Kater» statt. Eine der wichtigen Szenen ist dabei ein Staatsbesuch, gedreht auf dem alten Flugplatz Interlaken. Mit von der Partie rund 100 Rekruten der Infanterie RS 3 als Ehrenwache sowie das Rekrutenspiel 16/2. Und beiden Formationen wurde für ihren totalen Einsatz höchstes Lob gezollt.
Besonderer Einsatz für rund 100 Infanterierekruten aus Chamblon/Bière und für das Rekrutenspiel 16/2 in der letzten Augustwoche. Die Infanteristen hatten als Ehrenwache in den Szenen «Staatsempfang spanischer König» aufzutreten. Ein Militärspiel gehört reglementskonform auch zu jedem Staatsakt. Am ersten Drehtag waren nur die Infanteristen im Einsatz, sie kamen bereits während den Dreharbeiten der Staatsakt-Vorbereitungen zum Einsatz. Das Spiel hatte seinen Auftritt erst am zweiten Tag, als der eigentliche Staatsbesuch gefilmt wurde.
Weiter unterstützt werden die Dreharbeiten in Interlaken von der Luftwaffe mit zwei Helikoptern. Später werden noch weitere Szenen mit der Luftwaffe auf der Axalp gedreht.
Zum Einsatz kommt auch die Logistikbasis mit der Bereitstellung von verschiedenem Material, darunter auch Uniformen für Statisten.
Dass der Statist «CdA» das Namensschild «H. Zahn» trägt und der Statist «Panzer-Oberst» als Namen «G. Duruz» erhalten hat, löste bei den Eingeweihten doch ein Schmunzeln aus. Sind beide Namen doch im Zusammenhang mit der Öffentlichkeitsarbeit der Armee nicht unbekannt.

Ehrenwache: Kein leichter Job

Die Infanteristen wurden von Major Thierry von Gunten und Oberleutnant Maurizio Meyer geführt. «Ehrenwache stehen» tönt nach einer relativ einfachen Aufgabe. Doch an beiden Tagen von morgens um 8 Uhr bis zirka 19 Uhr grösstenteils an der prallen Sonne aufmarschieren, strammstehen und schliesslich wegmarschieren, geht ganz schön in die Knochen. Und das Ganze musste immer mehrmals wiederholt werden. So war denn auch jeder Quadratmeter im Schatten eines nahen Baumes oder einer Baracke ein willkommener Rückzugsort.
Wie gut die Rekruten aus Chamblon und Bière ihre Sache machten, belegt die Tatsache, dass Szenen, wo nur sie im Blickfeld der Kamera waren, nur zweimal abgedreht wurden. Mussten die Rekruten fünf bis sechs Wiederholungen erdulden, war dies nie ihr Fehler. Die eine oder andere Schauspielerin oder auch ein bekannter TV-Moderator sind vor der Filmkamera nicht vor mehrmaligen Versprechern gefeit.

Direkt auf Platz dankte Regisseur Wolfgang Panzer den Rekruten für ihre Leistung. «Ich weiss nicht, was ihre Offiziere denken, aber für mich ward ihr alle perfekt.» Dazu auch nachfolgendes Zitat aus dem offiziellen Dankesmail des Produzenten Benito Müller: «Ein spezieller Dank geht auch an jeden einzelnen Ihrer Männer. Lange mussten sie unter der Sonne stehen und immer wieder dasselbe wiederholen. Und in keinem Moment war auch nur ein Protest zu hören. Stoisch harrten die Rekruten den Befehlen ihrer Offiziere und fielen auch in Einzelgesprächen in der Pause mehreren Crew-Mitgliedern positiv auf. Chapeau!»

«Gratis-Konzert» begeisterte

Die hochstehende Qualität der Schweizer Militärmusik ist hinlänglich bekannt. Auch jenseits unserer Landesgrenzen. Und seit dem Einsatz des von Hauptmann Werner Horber geführten Rekrutenspiels dürften sie noch einige Fans mehr in Deutschland haben. Neben dem Pflichtstoff Landeshymne hatte das Rekrutenspiel die spanischen Hymne speziell vorzutragen. Einmal während der Probephase, also mit gewollten Dissonanzen, einmal perfekt vorgetragen. Als dann das Rekrutenspiel in einer Drehpause die arbeitende Filmcrew noch mit einem improvisierten «Gratis-Konzert» überraschte, kam die Filmcrew – grossmehrheitlich aus Deutschland – endgültig nicht aus dem Staunen raus.
Der spontane Applaus und folgende Zeilen aus besagtem offiziellen Dankesmail belegte die Leistung des Rekrutenspiels: «Doch schon am Morgen hätten wir’s wissen müssen – der Tag begann schliesslich mit der Schweizer Hymne, wunderschön gespielt von Herrn Horbers Orchester. Und so durften wir mit Gänsehaut die Arbeit aufnehmen.…»
Und einmal mehr zeigte sich: Trotz aller Unkenrufe sind unsere Infanteristen und Musiker wie eh und je zu Spitzenleistungen fähig.

Soviel zum Inhalt

Grundlage für das Drehbuch der neusten Schweiz-Deutschen Film-Koproduktion ist der Roman «Der grosse Kater» von Thomas Hürlimann. «Kater» – interpretiert vom Schweizer Starinterpreten Bruno Ganz – ist der Übername des Schweizer Bundespräsidenten, der in Kürze das spanische Königspaar zur offiziellen Staatsvisite empfängt. Da entdeckt er, dass sein wichtigster Verbündeter eine perfide Intrige gesponnen hat, um ihn zu Fall zu bringen. Während Kater versucht, den Schaden in Grenzen zu halten, wird ihm bewusst, dass sein rücksichtsloser Aufstieg an die Macht nun doch Konsequenzen haben wird.

In «Der grosse Kater» werden neben Bruno Ganz auch noch Christiane Paul, Marie Bäumer, Ulrich Tukur, Pablo Aguilar, Stefan Gubser, Walo Lüönd, Martin Rapold, Edgar Selge und Justus von Dohnányi zu sehen sein. Geplant ist, dass der Film im Herbst 2009 in die Kinos kommt.

 

Text und Fotos: Daniel Laroche

 

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Die Schatten sind lang, der Drehtag neigt sich seinem Ende zu. Abmarsch der Ehrenwache und der Militärmusik. Auftrag mit höchstem Lob erfüllt.
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Zuletzt aktualisiert am: 19.01.2010
Das Emblem des Heeres

Namen und Daten

Wolfgang Panzer (61)
Geboren in München, wuchs in Lausanne auf. Nach dem Studium wurde Panzer Reporter und Tagesschau-Redakteur beim Westschweizer Fernsehen, studierte dann ab 1970 in München an der Hochschule für Film und Fernsehen. Schon während dieser Zeit arbeitete er als Kameramann und Regieassistent in Deutschland und Frankreich. Seit 1978 arbeitet Panzer als Autor, Produzent und Regisseur freiberuflich. Er inszenierte unter anderem die Glauser-Verfilmung »«Matto regiert» mit Hans-Heinz Moser als Studer sowie zahlreiche Fernsehfilme und Tatort-Folgen. Bekannt wurde er auch als Autor und Regisseur der soeben wieder von SF1 ausgestrahlten Serie «Die Direktorin».

Bruno Ganz (67)
Bruno Ganz ist Sohn eines Schweizer Fabrikarbeiters und einer Italienerin. Schon vor der Matura beschloss Ganz, Schauspieler zu werden. Mit neunzehn Jahren spielte er seine erste Filmrolle in «Der Herr mit der schwarzen Melone». Gustav Knuth, einer der Hauptdarsteller, war schon damals von seiner Begabung überzeugt.
Bruno Ganz besuchte die Hochschule für Musik und Theater Zürich und war zugleich gelegentlich am Zürcher Bühnenstudio tätig. Nebenbei jobbte er als Buchverkäufer und absolvierte die Rekrutenschule als Sanitäter.
2004 verkörperte er Adolf Hitler in dem von Bernd Eichinger produzierten Film «Der Untergang» - seine schauspielerische Leistung wurde von der Presse überwiegend als überragend bezeichnet.

Christiane Paul (37)

Christiane Paul entstammt einer Arztfamilie, ihr Vater ist Facharzt für Orthopädie/Chirurgie und ihre Mutter Anästhesistin. Nach dem Abitur 1992 an der Friedrich-List-Schule studierte sie an der Humboldt-Universität zu Berlin ebenfalls Medizin und promovierte 2002. Sie dissertierte zum Thema «Einflussfaktoren auf die perioperative Morbidität und Mortalität in der primären Hüftendoprothetik: eine retrospektive, fallkontrollierte, unselektierte Studie über 628 Implantationen.» Den Beruf der Ärztin gab sie 2004 auf, um sich neben der Betreuung ihrer Tochter wieder stärker der Schauspielerei zu widmen.

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