Kaderkurs der Zivilschutz-Küchenchefs im Küchenchef Lehrgang (Kü C LG) in Thun. Eingerückt sind 18 Köche von Zivilschutzorganisationen aus verschiedenen Kantonen. Diese Zusammenarbeit zwischen «V» und «B» wird nun schon im dritten Jahr vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) mit der «Armee-Gastro-Kaderschmiede» in Thun durchgeführt. Dabei mussten die angehenden Korporäle auch unter erschwerten Umständen und unter freiem Himmel über 300 Portionen Mittagessen kochen.
In einer Woche werden die angehenden Küchenchefs ausgebildet und anschliessend zum Küchenchef und Korporal befördert. Dabei stehen neben etlichen theoretischen Lerneinheiten auch zwei grössere praktische Übungen auf dem Programm.
Den theoretischen Teil bestritten die BABS-InstruktorInnen und Klassenlehrer Hildegard Weber, Christoph Scherz und Ulrich Stoller. Führung, Planung oder auch Beschaffung … dies einige Stichworte zu ihren Unterrichtsthemen.
Für das Küchenhandwerk sind die beiden Fachlehrer des Kü C LG, Stefan Possehl und Jürg Luginbühl, zuständig. Auch sie haben zwar einiges im Klassenzimmer zu unterrichten. Schwerpunkt und Höhepunkt ihres Unterrichts sind aber die beiden praktischen Kochübungen vom Donnerstag und Freitag.
In der ersten Übung ging es für die zwei Klassen darum, je eine Küche in einer Zivilschutzanlage zu übernehmen und in 90 Minuten eine warme Mahlzeit für je rund 180 Personen zuzubereiten. Zuerst musste jeder angehende Küchenchef eine Befehlsausgabe vorbereiten, zwei Kursteilnehmer mussten ihre Lösung vortragen, eine wurde dann in die Praxis umgesetzt. Da in einer Kaderschule dem Erlernen des Führungshandwerks oberste Priorität eingeräumt wird, war das Menü und dessen Zubereitung nicht zu kompliziert. Hörnli mit Gehacktem und Apfelschnitze: ein beliebter Klassiker der Militärküche. So war es denn auch nicht erstaunlich, dass die zweimal 180 Portionen auf die Minute genau und in hervorragender Qualität bei den beiden Verpflegungszentren des Waffenplatzes Thun abgeliefert werden konnten.
Komplexer dann die Abschlussübung am Freitag auf der Thuner Allmend. Hier galt es unter erschwerten äusseren Bedingungen knapp 400 Portionen Voressen mit Gemüsereis zuzubereiten. Wiederum musste das Essen auf die Minute genau zur Weiterverteilung durch die Verpflegungszentren fertig sein.
Erschwernis diesmal: Gekocht wurde unter freiem Himmel, in den 60 Jahre alten Kochkisten, mit Holz oder Brennpaste. Während in der Armee nur noch das Futteral der Kochkiste zum Abwaschen verwendet wird, kommt die komplette Einheit im Zivilschutz noch in ihrer ursprünglichen Verwendung zum Einsatz. Allerdings ohne den Benzinvergaser – daher das Kochen auf Holz oder Brennpaste.
Interessant für die Teilnehmer, einmal nicht in einer gut ausgerüsteten Küche zu arbeiten, sondern auf wackligen Tischen und mit minimalstem Platzangebot. Doch auch dies hinderte die angehenden Zivilschutz-Küchenchefs nicht daran, perfekte Arbeit zu leisten. Jedenfalls wurden auch diese 18 Kochkisten mit Poulet an Curry-Sauce und Gemüsereis pünktlich bei den Empfängern abgeliefert. Auch diesmal ohne jeglichen Abstrich an der Qualität.
So konnten die InstruktorInnen-Teams des BABS und des Kü C LG in Thun einmal mehr beweisen, wie sinnvoll und für beide Seiten gewinnbringend diese Zusammenarbeit zwischen Zivilschutz und Armee ist.
Texte und Bilder: Daniel Laroche, Kommunikation Heer

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