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Heer

Credo

«Ohne Menschen gibt es keine Armee»


Der Kommandant Heer, Korpskommandant Dominique Andrey und sein Credo:

Heer aktuell: In Ihrer früheren Funktion als Chef des Personellen der Armee schrieben Sie sich das Credo «Ohne Menschen gibt es keine Armee» auf Ihre Fahne. Diese Haltung wollen Sie ins Heer weitertragen und umschreiben jetzt Ihre Ziele mit den Begriffen «Glaubwürdigkeit», «Stabilität» und «Durchhaltefähigkeit». Sind wir unglaubwürdig?

KKdt Dominique Andrey: «Bei weitem nicht, aber wir müssen konsequent und präzise das Delta reduzieren zwischen dem, was wir vorgeben tun zu können und dem, was wir tatsächlich leisten können. Für mich eine Frage der Ehrlichkeit uns selber gegenüber, gegenüber unseren Truppen und gegenüber unseren Partnern. Wir können nicht alles vollumfänglich tun; also machen wir weniger, dafür besser und einwandfrei. Wir müssen uns auf das Wesentliche konzentrieren. Die menschlichen und materiellen Ressourcen setzen uns einen klaren Rahmen. In diesem müssen wir uns bewegen und das Optimum erreichen.»

Wo soll die Truppe ihre Schwerpunkte setzen?


«Ich erwarte, dass gerade den grundlegenden Dingen mehr Beachtung geschenkt wird, diesen Grundsätzen, diesen Fundamenten, die unabdingbare Voraussetzungen für komplexere Leistungen sind. Waffen- und Systemhandhabung, korrektes Verhalten, elementare Abläufe, Unterhalt, Wache … all diese Dinge, die vermehrt unser Augenmerk verdienen und auf welche die nötige Führungskraft und die nötige Zeit verwendet werden muss.

Ich will, dass dem Training die nötige Beachtung geschenkt wird. Ich erwarte, dass wir unser Grundhandwerk beherrschen, statt uns zu verzetteln. Wir müssen auf festem Boden und nicht auf Sand bauen. Und von den Chefs erwarte ich, dass sie dabei fordernd, vorbildlich und mitreissend sind. Dieses Beherrschen und Durchsetzen der Fundamente bildet die Glaubwürdigkeit der Truppe sich selbst gegenüber und somit ihr Selbstvertrauen.»

«Back to the roots – zurück zu den Wurzeln» ein heute viel verwendeter Begriff…

«Genau! Ich erwarte auf allen Stufen ein klares und zweckorientiertes Vorgehen. Dies ist für mich gleichbedeutend mit Stabilität. Wechsel in der Doktrin, in den Organisationsformen oder etwa bei den Prozessen machen nur dann Sinn, wenn dabei ein deutlicher Mehrwert erzielt wird und unter anderem die menschlichen und materiellen Ressourcen geschont werden können. Der Mensch braucht um seine Leistung zu erbringen Ruhe, Vertrauen und Sicherheit. Und dies gilt nicht nur für laufende Tätigkeiten, sondern auch für mittel- und langfristige Handlungen. Darum muss immer wieder das Überprüfen der menschlichen und logistischen Realisierbarkeit unserer Planungen und deren Konsequenzen an oberster Stelle stehen.»

Wird sich diese Stabilität auch auf der Zeitachse niederschlagen?

«Wir müssen uns mehr Zeit geben um zu festigen; wir dürfen nicht so oft Änderungen vornehmen. Es versteht sich somit von selbst, dass Mitarbeiter und Milizkader ihre Funktionen und Kommandos während einer längeren Zeitdauer ausüben werden.»

Womit wir beim ihrem Credo der Durchhaltefähigkeit angelangt sind.

«Wir müssen unsere Leistungen nicht nur heute erbringen, sondern auch morgen und übermorgen. Dazu müssen wir wieder lernen, zu den vorhandenen menschlichen und materiellen Ressourcen Sorge zu tragen. Unsere Mitarbeiter sind nicht so leicht ersetzbar; sie müssen ihre Arbeit auf die Dauer mit Qualität und Enthusiasmus leisten können und nicht nur für den Moment bereit sein. Wir müssen zwischen dem Notwendigen und dem Wünschbaren unterscheiden. Unsere Partner von der FUB und der LBA dürfen auch nicht mit überbordenden Forderungen konfrontiert werden; wenn wir unrealistische oder unrealisierbare Leistungen fordern, leiden wir am Ende selbst darunter und verlieren unsere Glaubwürdigkeit. Klare Prioritäten sind gefragt. Die Pflege unseres Materials und unserer Infrastruktur ist konsequenterweise eine echte Herausforderung.

Wir müssen dies ermöglichen und an die Zukunft denken und – besonders im personellen Bereich – frühzeitig die Wachablösung planen. Deshalb werde ich in diesem Jahr grossen Wert darauf legen, Kader zu finden, sie zu überzeugen und sie auszubilden. Berufsleute wie Miliz.»

 

Für Fragen zu dieser Seite: Kommunikation Heer
Zuletzt aktualisiert am: 05.06.2008
Das Emblem des Heeres
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