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Heer

Aufgaben

Im Zusammenhang mit der Modernisierung der Armee, den Umstrukturierungen sowie zunehmender finanzieller Restriktionen mussten viele Organisationseinheiten in der Armee einschneidende Änderungen umsetzen. Eine der wenigen Konstanten in dieser Zeit des Wandels ist die Wahrnehmung der Schweiz als Alpenland. Demzufolge hat auch der Gebirgsdienst nach wie vor seinen Stellenwert.

Mit dem Wandel der Bedrohung musste auch die Einsatzdoktrin militärischer Verbände angepasst werden. Der Kampf in schwierigem Gelände oder im Gebirge hat sich grösstenteils zu einem Einsatz im urbanen Gelände gegen eine schwer definierbare Gegenseite verlagert. Trotzdem muss festgehalten werden, dass die Alpen nach wie vor etwa 2/3 des Territoriums in der Schweiz ausmachen und somit Truppen immer auch in schwierigem Gelände zum Einsatz kommen werden.

  • Entsprechende Kenntnisse sind folglich unabdingbar für
  • die Überwachung und den Schutz von Grenzen und Grenzräumen im Gebirge;
  • den Schutz von schwer zugänglichen Infrastrukturen in Höhenlagen;
  • die Beratung und Unterstützung von militärischen Verbänden in schwierigem Gelände;
  • die Unterstützung in Einsätzen (WEF) oder an Anlässen (PdG);
  • die Ausbildung von militärischem Personal - auch aus dem Ausland.

Dabei ist es unwesentlich, ob Einsätze im Inland oder Ausland stattfinden. Investitionen in die Ausbildung von qualifiziertem Alpinpersonal und von Gebirgsspezilaisten sind auch in der Zukunft sinnvoll und notwendig. Im Winter ist qualifiziertes Alpinpersonal zur Beurteilung der Lawinengefahr und zur Aufrechterhaltung der Bewegungsfähigkeit der Truppe im Gebirge bzw im schwierigen Gelände erforderlich.

Aus diesen Erfahrungen ergeben sich Konsequenzen für die Ausbildung von Soldaten, da nicht ausschließlich gebirgserprobte Spezialisten in diesen Räumen eingesetzt werden können. Dies trifft besonders auf Soldaten der Gebirgsinfanteriebrigaden und -bataillone zu, welche über entsprechende Fähigkeiten verfügen müssen, aber auch für Soldaten des Lehrverbandes Führungsunterstützung mit besonderen Funktionen. Als Knowhow Träger bilden die Alpinoffiziere in den genannten Verbänden das wichtige Bindeglied zum Kompetenzzentrum Gebirgsdienst der Armee.

Das Kompetenzzentrum Gebirgsdienst der Armee
(Komp Zen Geb D A)

Das Komp Zen Geb D A ist als Kommandostelle direkt dem Stellvertreter Kommandant Heer unterstellt. Als solches ist der Kommandant des Zentrums armeeweit für die Ausbildung und Doktrin des Gebirgsdienstes verantwortlich. Zur Umsetzung dieses Fachbereiches und zur Sicherstellung einer equivalenten Gebirgsausbildung steht das Komp Zen mit zivilen Partnern (SAC; SLF; SBV; ARS; J+S) in engem Kontakt. Personell wird die Qualität der Ausbil-dung neben den Berufs- und Zeitmilitärs durch den Einsatz von Bergführern (Fachlehrer) mit Eidgenössischem Fähigkeitsausweis sichergestellt.

Aufgabenbereiche

  • Doktrin- und Fachstelle der Armee für Fragen in Gebirgsbelangen;
  • Führung der Gebirgsspezialisten Rekruten- und Unteroffiziersschulen;
  • Führung, Ausbildung und Einsatz der Gebirgsspezialistenabteilung 1;
  • Sicherstellung der permanenten Einsatzbereitschaft von Gebirgsspezialisten;
  • Unterstützung anderer Organisationseinheiten in der Vorbereitung und Durchführung von Einsätzen im schwierigen Gelände;
  • Leitung der Ausbildung in nationalen und internationalen Kursen und Lehrgängen;
  • Fach- und Kontrollstelle für den Lawinenabschuss in der Armee und der zivilen Institutionen, welche militärische Mittel zur künstlichen Auslösung von Lawinen einsetzen;
  • Bindeglied zu nationalen und internationalen Institutionen und Verbänden in den Bereichen Alpintechnik und Rettungswesen.

Die Gebirgsspezialisten Rekrutenschule 15

Die Rekrutenschule der Gebirgsspezialisten dauert 21 Wochen. Während der ersten 5 Wochen werden die Rekruten durch Miliz- und Zeitkader in den Bereichen persönliche Waffe, Handgranate, Sanitätsdienst und ABC Abwehr ausgebildet.

Am Ende der 5. RS Woche haben die Rekruten eine selektive Eintrittsprüfung zu bestehen. Nur wer die Prüfung mit Erfolg besteht, wird anschliessend während den Wochen 6 bis 17 speziell in folgenden Bereichen ausgebildet:

  • Sommer- und Wintergebirgstechnik;
  • Lawinendienst mit dem künstlichen Auslösen von Lawinen;
  • Planen und Durchführen von Verschiebungen und Führungstouren;
  • Begehbarmachung von schwierigem Gelände;
  • Beratung von Kommandanten (Erkundungen, Gefahren der Berge, Verschiebungen).

Um als Gebirgsspezialist die RS abzuschliessen, müssen sich die Rekruten in Anwendungstouren bewähren. Zusätzlich werden die Rekruten in ausgewählten infanteristischen Themen ausgebildet.
Ab der 7. bis zur 21. RS Woche hat die Geb Spez RS zudem die Bereitschaft sicherzustellen, um im Ereignisfall eingesetzt werden zu können.

Nach erfolgreichem Bestehen der Schlussprüfung erwerben die Soldaten die Hochgebirgsauszeichnung und werden mit dem Abschluss der Rekrutenschule in die Gebirgsspezialistenabteilung 1 eingeteilt.

Die Gebirgsspezialistenabteilung 1

Die Gebirgsspezialistenabteilung 1 umfasst etwa 420 Soldaten, welche in neun Detachementen eingeteilt sind. Diese 9 Detachemente leisten den Dienst über das Jahr verteilt so, dass die Auflagen der Bereitschaft jederzeit erfüllt werden können. Wichtig ist dabei, dass auf den Kenntnissen aus der RS sowie aus den zivilen Tätigkeitsbereichen aufgebaut werden kann. Nur so kann sichergestellt werden, dass nach einer zweitägigen einsatzbezogenen Ausbildung (EBA) die Einsatzbereitschaft sichergestellt ist.

Ausgewählte Gebirgsspezialisten werden im Rahmen der Trinationalen Zusammenarbeit mit Deutschland und Österreich zum Internationalen Rettungsspezialisten ausgebildet. Ziel ist die trilaterale Kompatibilität bei Rettungseinsätzen in schwierigem Gelände. Dazu müssen einheitliche Ausbildungsrichtlinien und Abläufe, so genannter Standing Operating Procedures (SOPs) definiert werden. Wenn es gelingt, diesen Rettungsspezialisten innerhalb der Armee zu etablieren, so steht ein hochqualifiziertes Mittel für subsidiäre Einsätze zur Verfügung.

Im Rahmen der Weiterbildung muss der Gebirgsspezialist nicht nur befähigt sein, schwierige Geländeteile im Sommer wie im Winter unter Verwendung von technischen Hilfsmitteln zu begehen, sondern er muss auch das Gelände hinsichtlich der Durchführbarkeit eines Auftrages beurteilen können. Der Gebirgsspezialist ist der Berater des taktischen Kommandanten, der die Beurteilung der Lage im Gebirge oder im schwierigen Gelände durchführt und somit die Voraussetzungen für die Erfüllung des Auftrages schafft.

 

  • Aufgaben

    Gebirgsdienst in der Armee

    Publiziert am: 27.08.2009 | Grösse: 91 Kb | Typ: PDF

Für Fragen zu dieser Seite: Kompetenzzentrum Gebirgsdienst der Armee
Zuletzt aktualisiert am: 29.03.2010
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