Carsten Schloter, Sie haben 2010 die „Herausforderung PDG“ bereits einmal mit Erfolg bewältigt. Was bewegt Sie dazu, auch 2012 wieder die über 50 Leistungskilometer von Arolla nach Verbier unter die Skier zu nehmen?
Frei denken zu können, wie auf einer Bergtour oder auf dem Velo, ist für mich ein Luxus. Ich freue mich auf diese Momente, die Natur und das Zusammenwirken in meinem Team.
Sie sind als CEO von Swisscom täglich stark gefordert. Liegt das notwendige Ausdauertraining überhaupt noch drin? Wie bereiten Sie sich vor?
Jeder Mensch braucht einen Ausgleich: Einige lesen Bücher, andere machen Yoga, ich finde mein Gleichgewicht in der Natur. Ich geniesse es, auf einer Skitour meinen Kopf zu lüften und einfach mal frei denken zu können. Im Job hetze ich von Sitzung zu Sitzung, immer in der Moderatorenrolle, immer hoch konzentriert. Ein solches Training ist also für mich notwendig, damit ich im Beruf die nötige Effizienz abrufen kann. Selbstverständlich werde ich die Vorbereitung dann noch gezielt auf die Anforderungen der PdG ausrichten.
Die PDG absolvieren Sie als Teil einer Dreierpatrouille. Sind Sie als CEO der Swisscom sonst nicht eher ein Einzelkämpfer?
Die Führung eines Unternehmens wie Swisscom ist als Einzelkämpfer gar nicht möglich, Teamarbeit ist das A und O. Klar, die Richtung muss vorgegeben werden, aber auch die erarbeiten wir als Team. Man muss sich auf die Mitarbeiter verlassen können, ihnen Vertrauen schenken, ihre Anregungen ernst nehmen. Dies wirkt sich positiv auf die Motivation aus. Das ist bei der PDG auch nicht anders. Auch hier muss man sich auf seine Partner verlassen können. Bei der PDG freue ich mich zudem natürlich auf die Kontakte und den Spass den wir haben uns in einem anderen Rahmen zu treffen.
Sehen Sie weitere Parallelen zwischen der PDG und der Führung eines Unternehmens?
Erfolge erreichen ist etwas Wunderschönes – aber sie fallen einem nicht in den Schoss. Die Messlatte ist in der PdG und in unserer Branche enorm hoch. Bei allem Spass, den wir bei der Arbeit und beim Sport haben, gehen wir die Aufgabe mit Engagement an und analysieren zum richtigen Zeitpunkt, wie wir weitergehen um gesund zum Ziel zu kommen. Die Begeisterung an der Sache wächst mit jedem Schritt.
Die Patrouille des Glaciers ist eine Leistung der Schweizer Armee. Wie nehmen Sie das „militärische Management“ wahr, das diese Leistung organisiert und führt?
Die Armee hat sehr viel Erfahrung im Management von komplexen Situationen. Diese Professionalität spüren wir in der Zusammenarbeit immer wieder. Wir freuen uns aber auch, dass wir unsere Kernkompetenzen einbringen dürfen: Unsere Kommunikationsleistungen ermöglichen erst, dass wir untereinander und mit den Zuschauerinnen und Zuschauern kommunizieren können. So können wir mithelfen die Begeisterung für den Anlass nach aussen zu tragen. Dies sind uns die unzähligen Mannstunden, die unsere Kolleginnen und Kollegen bei Wind, Schnee und Eis leisten wert.
Haben Sie auch sonst Berührungspunkte mit der Schweizer Armee?
Ich selber bin ja nicht Schweizer Bürger und leiste deswegen keinen Militärdienst. Als Bewohner dieses Landes weiss ich die Sicherheit und das Engagement unserer Mitarbeiter aber zu schätzen. Auch wenn die Infrastruktur vollständig voneinander gelöst ist, betreiben wir noch einen militärischen Stab, der im Notfall Aufgaben für die Armee sicherstellt.
Und zum Schluss: Was war ihr persönliches High-Light 2010 – und welches Ziel setzen Sie sich für Ihren Lauf im April 2012?
2010 war ein vielseitiges Jahr und es hatte ganz unterschiedliche Höhepunkte . Im sportlichen Bereich was es meine bisher leistungsstärkste Saison mit dem Mountainbike. Bei der Patrouille würde ich die kleine Strecke gerne unter 6 Stunden machen.
Carsten Schloter

- Carsten Schloter, CEO Swisscom


