Ältester Waffenplatz
Es war ein langer Weg vom ersten Truppenlager in der Umgebung von Thun und Uetendorf bis zum heutigen modernen Waffenplatz. Die Tagsatzung beschloss am 17. August 1818 in Thun eine eidgenössische Zentral-Militärschule zu gründen. Bern, Zürich, Luzern und Lenzburg unterlagen der Stadt Thun, obwohl sich diese nicht einmal beworben hatte! Thun verfügte mit der grossflächigen Allmend über einen idealen Ausbildungsplatz und konnte im Zentrum Unterkünfte in nächster Nähe zur Verfügung stellen. Als Kaserne diente vorerst das Kornhaus im Bälliz.
Persönlichkeiten
Zum ersten Kommandanten der Zentral-Militärschule in Thun wurde Oberst Jost Göldlin aus Luzern ernannt. Henri Dufour, der als General der Schweiz Eintrag in die Geschichtsbücher fand, war als Hauptinstruktor zuständig für die Geniebelange und Hauptmann Salomon Hirzel zeichnete verantwortlich für die Artilleriebelange. Der wohl prominenteste Schüler bleibt der spätere Franzosenkaiser Napoleon III., der seine militärische Grundausbildung von 1830 bis 1834 in Thun absolvierte.
Geschichte / Historisches
Erste Kaserne
Der Staat erwarb am 15. Juli 1841 die Allmend von der Burgergemeinde Thun. Am 8. Juli 1864 fand die feierliche Grundsteinlegung für die Mannschaftskaserne statt, die eine für damalige Verhältnisse stolze Kapazität von 1'162 Personen bot. Die grosszügigen Stallungen wurden für 400 Pferde ausgelegt und trugen einen wesentlichen Anteil an den enormen Baukosten von 1,2 Mio. Franken.
Ausbildung
Nebst den Kadern der Artillerie und der Genie wurden ab 1882 auch die Generalstabsoffiziere sowie die Kader der Infanterie, Kavallerie und Scharfschützen ausgebildet. Zudem wurden nicht nur kantonale, sondern auch Eidgenössische Übungslager auf dem Waffenplatz durchgeführt.
Der Staat erwarb am 15. Juli 1841 die Allmend von der Burgergemeinde Thun. Am 8. Juli 1864 fand die feierliche Grundsteinlegung für die Mannschaftskaserne statt, die eine für damalige Verhältnisse stolze Kapazität von 1'162 Personen bot. Die grosszügigen Stallungen wurden für 400 Pferde ausgelegt und trugen einen wesentlichen Anteil an den enormen Baukosten von 1,2 Mio. Franken.
Ausbildung
Nebst den Kadern der Artillerie und der Genie wurden ab 1882 auch die Generalstabsoffiziere sowie die Kader der Infanterie, Kavallerie und Scharfschützen ausgebildet. Zudem wurden nicht nur kantonale, sondern auch Eidgenössische Übungslager auf dem Waffenplatz durchgeführt.
Militärbetriebe
Nach der Errichtung der Eidgenössischen Pferderegieanstalt im Jahre 1850 und der Eröffnung der Station Thun der Schweizerischen Zentralbahn beschloss die Bundesverwaltung 1861, ein Feuerwerkslaboratorium und eine mechanische Werkstätte in Thun zu errichten. Massgeblichen Anteil an diesem Entscheid schrieb man dem Inspektor der Artillerie, dem späteren General Herzog, zu. Diese beiden Betriebe wurden in der Folge mit der neuen Militärorganisation von 1874 und dem damit verbundenen Übergang zum Bundesheer sowie der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht umbenannt in Eidgenössische Munitionsfabrik und Eidgenössische Konstruktionswerkstätte (die heutige RUAG).
Nach der Errichtung der Eidgenössischen Pferderegieanstalt im Jahre 1850 und der Eröffnung der Station Thun der Schweizerischen Zentralbahn beschloss die Bundesverwaltung 1861, ein Feuerwerkslaboratorium und eine mechanische Werkstätte in Thun zu errichten. Massgeblichen Anteil an diesem Entscheid schrieb man dem Inspektor der Artillerie, dem späteren General Herzog, zu. Diese beiden Betriebe wurden in der Folge mit der neuen Militärorganisation von 1874 und dem damit verbundenen Übergang zum Bundesheer sowie der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht umbenannt in Eidgenössische Munitionsfabrik und Eidgenössische Konstruktionswerkstätte (die heutige RUAG).
Motorwagen und Flugzeuge
Mit dem Beginn der Motorisierung am Anfang des 20. Jahrhunderts entstand die starke Motorwagentruppe. Einen Höhepunkt erlebte diese im Jahre 1921 in einer Baracke auf der kleinen Allmend mit der Gründung des Motorwagenparks Thun. Bereits 6 Jahre früher begann auf der Allmend der militärische Flugbetrieb und erst 40 Jahre später wurde der Militärflugplatz Thun stillgelegt.
Mit dem Beginn der Motorisierung am Anfang des 20. Jahrhunderts entstand die starke Motorwagentruppe. Einen Höhepunkt erlebte diese im Jahre 1921 in einer Baracke auf der kleinen Allmend mit der Gründung des Motorwagenparks Thun. Bereits 6 Jahre früher begann auf der Allmend der militärische Flugbetrieb und erst 40 Jahre später wurde der Militärflugplatz Thun stillgelegt.
Mechanisierung
Auch heute noch steht die am 15. April 1939 feierlich eingeweihte Dufourkaserne als stolzes Symbol der Panzertruppe. Diese hielt mit dem Erwerb von 12 "Panzerwagen 39" von der Tschechoslowakei im Jahre 1937 Einzug auf dem Waffenplatz Thun und nach dem Kauf der ersten Centurion-Panzer 1955 dienten die ehemaligen Flugzeug-Hangars als Ausbildungsstätte. Die Beschaffung der Schweizer-Panzer 61 und 68, der Schützenpanzer und ab 1987 der Panzer 87 (Leopard) zeigt die rasante Entwicklung der Mechanisierten und Leichten Truppen auf dem Waffenplatz Thun. Das vorläufige Ende dieser Entwicklung wurde mit der Einführung des Schützenpanzers 2000 im Jahre 2004 erreicht.
Auch heute noch steht die am 15. April 1939 feierlich eingeweihte Dufourkaserne als stolzes Symbol der Panzertruppe. Diese hielt mit dem Erwerb von 12 "Panzerwagen 39" von der Tschechoslowakei im Jahre 1937 Einzug auf dem Waffenplatz Thun und nach dem Kauf der ersten Centurion-Panzer 1955 dienten die ehemaligen Flugzeug-Hangars als Ausbildungsstätte. Die Beschaffung der Schweizer-Panzer 61 und 68, der Schützenpanzer und ab 1987 der Panzer 87 (Leopard) zeigt die rasante Entwicklung der Mechanisierten und Leichten Truppen auf dem Waffenplatz Thun. Das vorläufige Ende dieser Entwicklung wurde mit der Einführung des Schützenpanzers 2000 im Jahre 2004 erreicht.
Artillerie verabschiedet sich
Bis in die vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts besass Thun einen Namen als Waffenplatz der Artillerie. Im Jahre 1940 wurde aber die letzte Artillerie-Rekrutenschule in Thun durchgeführt. Die Ausbildung fand fortan in Bière, Frauenfeld und auf dem Monte Ceneri statt. Mit der Durchführung der letzten Offiziersschule 1945 verabschiedete sich die Artillerie vom Waffenplatz Thun.
Bis in die vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts besass Thun einen Namen als Waffenplatz der Artillerie. Im Jahre 1940 wurde aber die letzte Artillerie-Rekrutenschule in Thun durchgeführt. Die Ausbildung fand fortan in Bière, Frauenfeld und auf dem Monte Ceneri statt. Mit der Durchführung der letzten Offiziersschule 1945 verabschiedete sich die Artillerie vom Waffenplatz Thun.
Motorfahrer und Mechaniker
Nach dem Bezug der Christopheruskaserne im Jahre 1940 durch die "Motorwägeler" folgte ab 1948 die Ausbildung der Motormechaniker im "Mechanikerdörfli". Mit der Gründung der Geschütz- und Gerätemechanikerschulen 1950 wurde dem wachsenden Bedarf an Instandhaltungskapazität Rechnung getragen. Die Einweihung der Ausbildungsanlage Zollhaus für die Reparaturtruppen im Jahre 1972 bildete den vorläufigen Abschluss dieser Entwicklungen.
Nach dem Bezug der Christopheruskaserne im Jahre 1940 durch die "Motorwägeler" folgte ab 1948 die Ausbildung der Motormechaniker im "Mechanikerdörfli". Mit der Gründung der Geschütz- und Gerätemechanikerschulen 1950 wurde dem wachsenden Bedarf an Instandhaltungskapazität Rechnung getragen. Die Einweihung der Ausbildungsanlage Zollhaus für die Reparaturtruppen im Jahre 1972 bildete den vorläufigen Abschluss dieser Entwicklungen.
Simulatoren
Der zunehmend eingeschränkte Ausbildungsraum, die ständig steigenden Munitions- und Materialkosten sowie die Beschränkung der Immissionen auf ein zumutbares Mass führten mit dem Bau der Ausbildungsanlage Panzer (AAP) ab 1973 zum Einsatz modernster Simulatoren für die Panzertruppen. Diese Ausbildungsanlagen wurden seither laufend erneuert und weiterentwickelt bis zum heutigen modernen Mechanisierten Ausbildungszentrum der Panzertruppen.
Der zunehmend eingeschränkte Ausbildungsraum, die ständig steigenden Munitions- und Materialkosten sowie die Beschränkung der Immissionen auf ein zumutbares Mass führten mit dem Bau der Ausbildungsanlage Panzer (AAP) ab 1973 zum Einsatz modernster Simulatoren für die Panzertruppen. Diese Ausbildungsanlagen wurden seither laufend erneuert und weiterentwickelt bis zum heutigen modernen Mechanisierten Ausbildungszentrum der Panzertruppen.
Führungsinformationssysteme
Im Rahmen des umfassenden Systemverbundes für die zukünftige Führung der Armee auf allen Ebenen wird seit 2005 auf dem Waffenplatz Thun das Zentrum für die Ausbildung der Truppen aufgebaut.
Im Rahmen des umfassenden Systemverbundes für die zukünftige Führung der Armee auf allen Ebenen wird seit 2005 auf dem Waffenplatz Thun das Zentrum für die Ausbildung der Truppen aufgebaut.
Artillerie wieder in Thun
Auf den 1. November 2005 wurden der Lehrverband Panzer und der Lehrverband Artillerie zum Lehrverband Panzer und Artillerie zusammengelegt. Die Rekruten- und Anwärterschulen des neuen Lehrverbandes verbleiben an ihren alten Standorten, ab Sommer 2006 wird die Offiziersschule in Thun erstmals gemeinsam durchgeführt.
Auf den 1. November 2005 wurden der Lehrverband Panzer und der Lehrverband Artillerie zum Lehrverband Panzer und Artillerie zusammengelegt. Die Rekruten- und Anwärterschulen des neuen Lehrverbandes verbleiben an ihren alten Standorten, ab Sommer 2006 wird die Offiziersschule in Thun erstmals gemeinsam durchgeführt.
Neue Struktur bei der Logistik
Im Rahmen der Neuorganisation der Logistikbasis der Armee entstanden auf den 1. Januar 2006 neue Organisationseinheiten: Aus dem Eidgenössischen Zeughaus Thun und dem Armeemotorfahrzeugpark Thun/Burgdorf wurden ein Logistik- und ein Infrastruktur-Center mit Zuständigkeit für die Kantone Bern und Solothurn gebildet.
Im Rahmen der Neuorganisation der Logistikbasis der Armee entstanden auf den 1. Januar 2006 neue Organisationseinheiten: Aus dem Eidgenössischen Zeughaus Thun und dem Armeemotorfahrzeugpark Thun/Burgdorf wurden ein Logistik- und ein Infrastruktur-Center mit Zuständigkeit für die Kantone Bern und Solothurn gebildet.









