Brigaderapport 2011
Ein Blick in die Zukunft
Am Freitag 18. Februar hat erstmals Brigadier Aldo Schellenberg durch den Jahresrapport der Gebirgsinfanteriebrigade 12 geführt. Dabei sprach er im Forum im Ried in Landquart zu den Kadern, zu Gästen aus Politik und Wirtschaft - und zu hochrangigen Militärs.
Neben dem Chef der Armee, KKdt André Blattmann, waren auch alle Bündner Sterneträger anwesend: Divisionär Fritz Lier (Kdt Stv Heer), Divisionär Marco Cantieni (Kdt Ter Reg 3), Brigadier Lucas Caduff (Kdt LVb Inf) und Brigadier Peter Soller (SC CdA). Die Regierungsrätin Barbara Janom Steiner überbrachte die Grüsse der Bündner Regierung. Angesichts der wenigen Truppenkörper, die im 2011 in Graubünden Dienst leisten, rief sie die Brigade auf, spätestens 2012 in den Göttikanton Graubünden zurückzukehren. Es könne nicht sein, so die Politikerin, dass man sich nur mit Waffen und Geräten beschäftige, aber sein Terrain nicht kenne.
Wieder stark im Bündnerland präsent
Brigadier Schellenberg konnte die Politikerin postwendend beruhigen. Mit Blick auf die nähere Zukunft und das nächste Jahr ist die Geb Inf Br 12 wieder stark im Bündnerland präsent, was auch dem Willen des Br Kdt entspricht: Die Armee dürfe sich nicht auf „Bundesplätze zurückziehen, sondern muss in die Regionen“, sagte Schellenberg. Zudem hob er heraus, trotz Sparmassnahmen des Bundes über genügend funktionstüchtiges und ausreichendes Material zu verfügen. Die Sparpolitik hiess er in seiner Rede nicht gut, aber ortete in der Brigade gleichwohl ein Sparpotenzial. Er rief die Offiziere dazu auf, mehr Materialkontrollen durchzuführen, dem Material Sorge zu tragen. Alleine die Reinigung von 140'000 Kampfrucksäcken und Gamellen würde sich jährlich auf eine Million Franken belaufen, so Schellenberg. „Dieses Geld müssen wir sparen.“
Sodann überreichte Br Schellenberg an Major Thomas Kurmann, Chef Logistik im Infanteriebataillon 70, die Ehrenmedaille der Geb Inf Br 12. Denn nur dank einem Sondereffort von Maj Kurmann war es dem Inf Bat 70 möglich, genügend Material für die Durchführung des WK 2010 zu erhalten.
Milizsystem nicht auf's Spiel setzen
Ursprünglich hatte auch Bundesrat Ueli Maurer seine Teilnahme am Brigaderapport, einem viel beachteten gesellschaftlichen Anlass mit Gästen aus Politik, Wirtschaft und Armee, zugesagt. Doch nach einem kürzlich erfolgten operativen Eingriff musste sich Maurer entschuldigen. Stattdessen reiste Korpskommandant André Blattmann, Chef der Armee, nach Landquart. Auch er kritisierte die Sparpolitik des Bundesrats und des Parlaments. Blattmann befürchtet, dass die im neusten Armeebericht vorgesehenen Bestand von 80'000 Armeeangehörigen bei einem Budget von 4,4 Milliarden Franken, die Armee ihren Auftrag nicht mehr erfüllen kann.
Es brauche eine starke Armee, so der Chef der Armee, nur schon um die zivilen Behörden in Notfällen wie bei Katastrophenhilfen unterstützen zu können. Alleine mit zivilen Kräften liessen sich grosse Aufgaben nicht bewältigen. Auch der geplanten Abschaffung der Armeepflicht, zu der das Volk Stellung nehmen wird, erteilte Korpskommandant André Blattmann schon heute eine Absage. „Hätten wir mit einer Freiwilligenarmee die heutige Qualität?“ fragte Blattmann. Das Milizprinzip dürfte nicht aufs Spiel gesetzt werden, forderete der CdA mit Blick auf die Weiterentwicklung der Armee.
Finaler Blick ins 2030
Einen noch weiteren Blick in die Zukunft wagte zum Abschluss des Brigaderapportes der Zukunftsforscher Georges T. Roos. In einem spannenden und interessanten Referat zeigte Roos die Treiber auf, die das gesellschaftliche Klima im Jahr 2030 prägen.


