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Heer

Bildgeschichte der Panzer in der Schweiz – 1. Episode

Woher kommt der typische Geist des Panzersoldats ?

Vickers Carden-Loyd, 1935
Die Schweizer Panzerformationen haben eine lange reiche Geschichte, welche einen besonderen Geist der Panzersoldaten erklärt. Um das Privileg zu erhalten in die ersten Panzer einzusteigen werden die Panzersoldaten einer strengen Auswahl unterstellt. Deswegen bestehen ihre Hauptbesonderheiten darin, freiwillig, motiviert, engagiert und vor allem stolz zu sein. Mit einer Serie von zwei Episoden werden wir die Hauptmerkmale der Panzergeschichte in der Schweiz.

Text: Sdt Régis Huguenin-Dumittan
Das 19. Jahrhundert: Die Kampfkavallerie
Bis 1848 sind die Schweizerkantone vollmächtig. Militärisch gibt es also 25 kleine Armeen in der Schweiz. An der Gründung des Bundesstaates behalten die Kantone die Infanterie in der Hand (bis 1874) aber die Bundesbehörden übernehmen sofort die Ausbildung der speziellen Truppen, wie die Kavallerie, die Dragoner, welche die sozusagen weite Vorvater der heutigen Panzer sind.

Am Ende des 19. Jahrhunderts enthält die schweizer Armee ca. 3000 Dragoner, welche die Kampfkavallerie bilden. Sie sind in vier Brigaden aufgeteilt. Die Dragoner können zu Pferde oder zu Fuss kämpfen. Die Hauptqualität der Dragoner ist so lange wie möglich auf jedem Gelände aufgesetzt zu bleiben und gleichzeitig das Pferd zu schonen. Um die Feuerkraft während dem Kamf zu Fuss zu verbessern, erhalten die Kavalleriebrigaden 1898 eine Maschinengewehrkompanie auf Pferd. Die Manöver Woher kommt der typische Geist des Panzersoldats ? Bildgeschichte der Panzer in der Schweiz – 1. Episode dieser Zeit geben den Dragonern einen Ruf von Kühnheit. 1972 erwähntein damaliger Kavalleriekapitän in der Illustrierte : «Der schönste Korpsgeist herrschte auf allen Stufen der Hierarchie, vom jüngsten Dragoner bis zum diensterfahrensten Oberst. In den Manövern hatten vor nichts Angst und wir ohne Zögern mit Stichwaffen alles in Reichweite angriffen». Im Gegensatz dazu zeigt die Kavallerie wenig Begeisterung im Kampf zu Fuss, welche Kampfart doch während des Ersten Weltkrieges wesentlich wird.

Erste Hälfte des 20. Jahrhunderts: Der Panzer erscheint in den Planungen
Ab dem Ersten Weltkrieg nehmen mehrere Waffen oder Maschinen zunehmend Gewicht auf den Kampffeldern. Der Panzer versichert das Kombinieren von Feuer, Schlag und Bewegung, wie auch den unentbehrlichen Schutz der Besatzung. Die Schweiz hat eine gewisse Verspätung im Panzerbenutzen. Die Kavallerie überlebt weiterhin parallel zur Panzerentwicklung. Die Kavallerie stellen Fuss zu Boden vor dem Kampf. Aber mit der Zeit verliert das Pferd an Wichtigkeit gegenüber dem Panzer. 1921 schafft die Schweiz zwei Panzer Renault FT 17 an, welche am Ende des Ersten Weltkrieges in Frankreich entwickelt sind. Diese Panzer sind wegen dem Verteidigungscharakter der Schweizerarmee nicht eingegliedert. Ihr Ziel ist die Truppe über die Existenz solcher neuen Geräte zu informieren, welche die Soldaten nun auf den Kampffeldern treffen werden.

Während des Zweiten Weltkrieges herrscht der Heu- und Hafermangel und die Mobilmachung von Dragonern und ihren Pferden vernachlässigt eine schwer belastete Landwirtschaft, die so viel wie möglich produzieren musste. Am Ende des Aktivdienstes schlägt der Chef des Generstabs Jakob Huber die Aufläsung der Kavallerie vor. Diese militärisch vertretbare Lösung war politisch und wirtschaftlich schwierig. 158’000 Bürger unterschreiben 1947 eine Petition für ihre Aufrechterhaltung.

1939 entschloss die Schweiz 24 tschechische gepanzerte Fahrzeuge von Typ Praga zu kaufen, welche in einer speziellen Variante einen Geschützturm für zwei Männer statt drei haben. Sie sind in sechs Detachementen den Aufklärungsgruppen der Divisionen unterstellt. Ein sechswöchiger Umschulungskurs wird für Freiwillige organisiert, die in den Panzern dienen möchten. Der grosse Erfolg von dieser modernen Waffe ermöglicht der Armee nur die besten Soldaten auszuwählen. An diesem Zeitpunkt erscheint der Panzerstolz wegen dem besonderen Einsatz. Nach kurzen Proben im Jahr 1931 schafft die noch schüchterne Schweiz 1934 sechs gepanzerte britische Fahrzeuge Vickers Carden-Loyd an. Nach der Planung von 1936 sollten die Panzer den Aufklärungsgruppen zugeteilt. Die Schweizer Armee hat aber nie den Planungsgrad mit diesen Vickers überschritten.

1940 werden die sechs Detachemente in drei Kompanien den leichten Brigaden unterstellt. Da im Falle eines Blitzkrieges zu wenig Panzer im Mittelland zur Verfügung stehen, schafft der General Guisan im Juni 1940 den Reduit national im Alpengebiet und beauftragt die leichten Truppen mit der Verzögerung des Gegners im Mittelland. Die leichten Panzer Praga bestehen die einzige gepanzerte Kraft für die Schweiz während des Krieges. Ihr Auftrag ist entlang der nördlichen Landesgrenze zu patrouillieren. Um eine Verwechselung mit den deutschen gleichartigen Panzern zu verhindern, wird auf den schweizer Praga ein gelbes CH-Zeichen auf den Seiten des Geschützturms und dem Vorderteil der Karosserie gemalt. Am Ende des Krieges beinhalten die leichten Brigaden nur noch motorisierte Dragoner, die zukünftigen Panzergrenadiere.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stellt sich die Frage einer Panzerabwehrwaffe für die Landesverteidigung. Zwischen 1946 und 1947 werden 158 tschechischen Panzerjäger G 13 ekauft und in die leichten Brigaden eingeteilt.

Die 1950er Jahren: Ende der Panzer ?Im Abendland und sofort nach dem Krieg führt das mystische Vertrauen in den strategischen Kernwaffen zu einer bedenkenlosen Schleifung der Panzerdivisionen. Die Bedeutung der Panzer nimmt bis zur Zeit des Koreakrieges ab, wann ein neuer «Panzerwettkampf» zwischen Osten und Westen beginnt. Mit der Miniaturisierung der Bombe erscheint die taktische Kernwaffe, welche nur eine schwache Kraft hat; ihre Wirklung bleibt lokal, aber die Schussgenauigkeit ermöglicht feindliche Truppenmassierungen zu erreichen. Die Erscheinung des Atoms auf dem Kampffeld wertet alle Panzerkategorien auf.

Beginn der 1950er Jahren fassen sich die Debatten mit der Anschaffung von Kampfpanzern. Mit einem Finanzrahmen von 400 Millionen Franken nähert sich die Schweiz den Vereinten Staaten für die Anschaffung des M 47. Die Amerikaner sind aber in Korea eingesetzt und können die Bestellung in einer kurzen Frist nicht ausführen. Das Problem ist gleich mit den britischen Centurion. Deswegen kauft die Schweiz 1951 in der Dringlichkeit und in Übergangsphase circa 200 französischen leichten Panzer AMX 13. Dieser Panzer ist gleichzeitig als Panzerjger wie auch als Aufklärungsfahrzeug konzipiert. Auch diesmal wird die Ausbildung auf dem neuen Panzer für ausgewählte Freiwillige aufrufen, was die Korpsgeist der schweizer Panzersoldaten verstärkt. Sie unterscheiden sich vom Rest der Truppen durch eine besondere Uniform und durch das Revolvertragen und dann der Pistole statt des Karabiners. Nach den Belieferungsenttäuschungen im Panzermaterial denkt die Schweiz über einer möglichen Entwicklung eines eigenen Panzermodells nach. Um ihren Wunsch an Kampfpanzer zu verwirklichen, wendet sich unverzüglich die Schweizerarmee zu Grossbritanien, die imstande ist, sie zu beschaffen. Hundert Centurion MK III, welche von der Firma Vickers- Armstrong hergestellt sind, werden 1955 angeschafft und eine gleiche Anzahl vom Modell MK IV wird 1957 gekauft. Da das Projekt des Schweizerpanzers sich verspätet, kauft die Armee noch hundert 1953 gebaute Centurion Typ MK V. Diese gebrauchten Panzer mit südafrikanischer Herkunft waren nie eingesetzt. Als Kampfpanzer sollen die helvetischen Centurion im Mittelland eingesetzt sein, falls die Neutralität von den Armeen des sovietischen Blocks verletzt wird. Die Centurion bilden die Hauptachse der Panzerformationen bis Anfangs der 1990er Jahren.

 


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Für Fragen zu dieser Seite: Fachof (Hptm) Théophile Studer
Zuletzt aktualisiert am: 18.05.2011
Emblem der Panzerbrigade 1

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