Tarnkappe ist Realität
Zukunftstechnologie im Bereich aktiver Tarnung.
Ein Aufklärer scannt mit dem Wärmebildgerät (WBG) eine Geländekammer. Dabei glaubt er einen Wald und einen darin stehenden Toyota-Pickup zu sehen. Die Bäume sind echt, beim Fahrzeug handelt es sich jedoch um einen aktiv getarnten Kampfpanzer. Was wie Science-Fiction tönt wird zur Zeit von der Rüstungsfirma BAESystems in die Tat umgesetzt. Dabei werden dem zu tarnenden System an der Aussenwand sechseckige Panels montiert, welche als Infrarot-Pixel funktionieren. Im Einsatz können nun auf diesem „Display“ vorprogrammierte Bilder wiedergegeben werden, welche das Objekt in einen der Umgebung angepassten Gegenstand verwandeln. Hat man einmal kein passendes Tarnbild dabei, kann mit einem Onboard-Sensor die Umgebung gescannt werden und ein sich in der Nähe befindliches Objekt, welches für den Gegner nicht verdächtig scheint, als Tarnbild gewählt werden. Die Tarntechnologie, ADAPTIV genannt, wurde Mitte des Jahres 2011 getestet und soll in zwei Jahren die Serienreife erreichen. Versuche am BAE-Prototypen GHOST haben gezeigt, dass 450 Pixel genügen, um auf 300 Meter ein realistisches Tarn- Wärmebild zu erzeugen. Der GHOST besitzt eine Auflösung von 45 mal 20 Pixel mit einem Durchmesser von je 14 cm an der Wanne. Diese Panels werden vom Steuerungssystem überwacht und können bei Defekten einzeln ausgetauscht werden. Laut BAE -Systems wird die Tarnung im Infrarot (IR) -Bereich zunehmends an Wichtigkeit erlangen, da die Verfügbarkeit von Wärmebildsensoren bei sämtlichen Akteuren auf den modernen Gefechtsfeldern zugenommen hat. Beispielsweise besitzen die Vereinigten Staaten die Möglichkeit, mittels Drohnen aus mittleren und grossen Höhen das Gefechtsfeld mit Radar, IR- und Bildsensoren aufzuklären. (bü)


